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Treuer Ungehorsam

Produktinformationen "Treuer Ungehorsam"

In den schnell wachsenden Städten Chinas entsteht gleichzeitig eine große Anzahl von wachsenden, nicht registrierten Hauskirchen. Angesichts des äußeren Drucks entwickeln diese jungen Gemeinden theologische Perspektiven, die sowohl einzigartig chinesisch als auch zutiefst in den biblischen Lehren des historischen Christentums verwurzelt sind. Um zu verstehen, wie sie trotz der Anfeindung durch die Regierung und dem Abdrängen an den kulturellen Rand überlebt haben, müssen wir sowohl ihre besondere Geschichte als auch ihre Theologie ernst nehmen. In diesem Band werden die wichtigsten Schriften der Hauskirche erstmalig für den deutschsprachigen Raum zugänglich gemacht. Obwohl sie unter besonderen Umständen entstanden sind, haben sie universelle Bedeutung in einer Welt, in der die Beziehung zwischen Kirche und Staat komplizierter geworden ist. So bietet dieses Buch eine einzigartige Quelle für Fragen des praktischen Glaubenslebens, dem Verhältnis von Glauben und Politik und ist auch für Leser interessant, die sich für internationale Beziehungen, politische Philosophie, Geschichte und interkulturelle Studien interessieren.
Artikelnummer 271914
ISBN/EAN 9783863539146
Verlag Christliche Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum 01.06.2024
Autor: Hannah Nation, J. D. Tseng, Wang Yi
Seiten 448
Format H 20,5 cm/B 13,5 cm

2 von 2 Bewertungen

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen


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2 Bewertungen

18. Juni 2025 10:21

Bewertung mit 5 von 5 Sternen

Insgesamt ein empfehlenswertes Buch, welches angesichts einiger bei einem Textband nicht unüblichen thematischer Wiederholungen, nicht immer lesefreudlich ist,

Auf dem deutschsprachigen christlichen
Büchermarkt, der stark von
angloamerikanischen Autoren geprägt
ist, sind die Schriften asiatischer
Gläubiger nur Randerscheinungen. Es ist
daher zu begrüßen, dass sich der Verlag
mit der Hilfsaktion Märtyrerkirche dazu
entschlossen hat, einen Textband chinesischer
Christen zum Verhältnis von Staat
und Kirche ins Deutsche zu übersetzen.
Die Autoren schreiben dabei aus der
Perspektive der Hauskirchen-Bewegung,
die sich u.a. durch fehlende staatliche
Registrierung und infolgedessen durch
theologische Unabhängigkeit vom ideologischen
Gerüst der chinesischen Regierung
auszeichnet. Diese Bewegung, die nicht
einheitlich ist, gründet ihr Wesen auf eine
Geschichte der Verfolgung, des Leides,
aber auch des Wachstums und der geistlichen
Stärke. Das
Buch ist gerade wegen
des Einblicks in
die Leiden chinesischer
Geschwister mit
geistlichem Gewinn
zu lesen. Man reibt
sich die Augen, wenn
man liest, dass eine
Glaubensschwester zu
mehr als 20 Jahren Hausarrest verurteilt
wurde, weil sie für Bruder Wang Mingdao
(auch bekannt als Wang Ming-tao) gebetet
hatte, und eine andere Schwester zu 18
Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde, weil
sie ein Buch von ebendiesem Bruder gekauft
hat (S. 147).
Auch das geistliche Leben und nüchterne
Wirken Wang Mingdaos, dessen
Biografie leider vergriffen ist, fällt in dem
Zusammenhang besonders
auf, weil er durch sein Leiden
und seine biblisch nüchterne
Auseinandersetzung mit dem Staat offenbar
ein wichtiger Grundstein für den erweckten
Glauben vieler Hauskirchen war.
Die bewusste Annahme von Leid und
Verfolgung, aber auch der Kampf um
die Trennung von Kirche und Staat sowie
die Warnung vor dem Rückzug in das
Privatleben der Christen sind wiederkehrende
Bausteine vieler Texte. In den 95
Thesen von Wang Yi und der Early Rain
Covenant Church fällt die klare Haltung zur
Schrift und das Eintreten für die biblische
Irrtumslosigkeit (S. 220) ebenso positiv
auf wie die Betonung der Kreuzestheologie
(S. 217). Man merkt allerding gerade bei
den Texten von Wang Yi auch den amerikanischen
reformierten Zungenschlag, der
nicht für alle Hauskirchen repräsentativ ist.
Aufrüttelnd und für jeden westlichen
Christen lesenswert ist das 13. Kapitel „20
Arten der Verfolgung als Gottes Weise,
uns zu weiden". Man kann hier und an vielen
anderen Stellen von den chinesischen
Geschwistern lernen, dass Leiden entsprechend
Phil 1,29 untrennbar mit dem
Glauben verbunden ist.
Insgesamt ein empfehlenswertes Buch,
welches angesichts einiger bei einem
Textband nicht unüblichen thematischer
Wiederholungen, nicht immer lesefreudlich
ist, aber den Leser herausfordert und
aufrüttelt

30. Juli 2024 14:05

Bewertung mit 5 von 5 Sternen

Einblicke in die chinesischen Hauskirchen

„Treuer Ungehorsam“ von Wang Yi und anderen Autoren, erschienen 2024 bei CV Dillenburg in Koproduktion mit der Hilfsaktion Märtyrerkirche, ist ein tiefgreifendes Werk, das die Stimmen der unregistrierten Hauskirchen Chinas in den deutschsprachigen Raum trägt.

Wer sind die Herausgeber?
Wang Yi ist ein prominenter chinesischer Pastor, Rechtsanwalt und Menschenrechtsaktivist, der die Early Rain Covenant Church in Chengdu leitet. Er ist bekannt für seine entschiedene Ablehnung der staatlich kontrollierten Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung und sein Engagement für die Religionsfreiheit in China. Aufgrund seines mutigen Einsatzes wurde er wiederholt von der chinesischen Regierung verfolgt und inhaftiert.

Worum geht es in dem Buch?
Die chinesischen Kirchen haben sich trotz erheblicher äußerer Widerstände und Verfolgung durch die Regierung entwickelt und präsentieren in diesem Buch ihre theologische und ideologische Perspektive.

Herausgekommen ist ein Buch, das eine Sammlung der wichtigsten Schriften der Hauskirchen präsentiert, wobei der erste Teil besonders auf das „Hauskirchen-Manifest“ von Pastor Wang Yi fokussiert. Dieses Manifest, das erstmals 2010 und überarbeitet 2015 veröffentlicht wurde, enthält grundlegende Texte von drei bedeutenden Hauskirchen Chinas: der Early Rain Covenant Church, der Shouwang Church und der Zion Church. Diese Kirchen teilen eine gemeinsame Ablehnung der staatlich sanktionierten kirchlichen Autorität und der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung (DSB), obwohl sie in ihren ekklesiologischen Überzeugungen variieren.

In „Unser Hauskirchen-Manifest“ wird die Tradition und Identität der Hauskirchen beschrieben, ihre Entschlossenheit dargestellt, diese Tradition trotz staatlichem Druck fortzuführen, und ein Aufruf an andere Hauskirchen formuliert, sich dem nationalistischen Götzendienst zu widersetzen und das Königtum Jesu Christi als alleiniges Haupt der Kirche anzuerkennen. Diese Positionierung ist sowohl theologisch fundiert als auch praktisch relevant für das Glaubensleben der Gemeindemitglieder.

Wang Yi und seine Mitautoren zeigen eindrucksvoll, wie tief verwurzelt die chinesischen Hauskirchen in den biblischen Lehren des historischen Christentums sind, und wie sie gleichzeitig eine einzigartige, chinesische Interpretation des Glaubens entwickelt haben. Ihre Schriften und Predigten, die in diesem Buch erstmals auf Deutsch zugänglich gemacht werden, spiegeln nicht nur den theologischen Diskurs wider, sondern auch den Mut und die Standhaftigkeit dieser Gemeinschaften.

Wer sollte das Buch lesen?
Das Buch bietet eine wertvolle Ressource für eine Vielzahl von Lesern: von Theologen und Geschichtsinteressierten bis hin zu Menschen, die sich für internationale Beziehungen, politische Philosophie und interkulturelle Studien interessieren. Es beleuchtet nicht nur die spezifische Situation der chinesischen Hauskirchen, sondern wirft auch ein Licht auf die allgemeine Problematik der Beziehung zwischen Kirche und Staat in einer zunehmend komplexen globalen Welt. Daher empfiehlt sich die Lektüre für jeden, der sich für die Dynamiken des Christentums in China interessiert, und für alle, die die Kraft des Glaubens in Zeiten der Verfolgung erleben wollen.

Weshalb sollte man das Buch lesen?
„Treuer Ungehorsam“ ist mehr als nur ein theologisches Werk; es ist ein Zeugnis des Glaubens und der Widerstandskraft einer verfolgten Kirche. Es zeigt auf, wie die chinesischen Hauskirchen trotz der Anfeindung durch die Regierung überlebt und eine besondere Identität bewahrt haben. Leser werden durch die Lektüre nicht nur die spezifischen Herausforderungen und Überzeugungen dieser Kirchen besser verstehen, sondern auch inspiriert, die universelle Bedeutung ihrer Botschaft zu erkennen. Beim Lesen wird man unweigerlich an die Worte Martin Luthers erinnert: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir,“ weil es zeigt, dass dieser Geist des unerschütterlichen Glaubens auch heute noch lebendig ist.

Christliche Verlagsgesellschaft

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