Du nervst!
Du nervst!
| Artikelnummer: | 271975 |
|---|---|
| ISBN/EAN | 9783863539757 |
| Verlag | Christliche Verlagsgesellschaft |
| Erscheinungsdatum | 03.09.2025 |
| Autor | Jamie Dunlop |
| Umfang | 208 |
| Einbandart | Paperback |
| Format | 13,5 x 20,5 cm |
Produktinformationen "Du nervst!"
| Artikelnummer: | 271975 |
|---|---|
| ISBN/EAN | 9783863539757 |
| Verlag | Christliche Verlagsgesellschaft |
| Erscheinungsdatum | 03.09.2025 |
| Autor: | Jamie Dunlop |
| Umfang | 208 |
| Einbandart | Paperback |
| Format | 13,5 x 20,5 cm |
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2 Bewertungen
23. Februar 2026 15:19
Eine Bereicherung für die Gemeindepraxis
Ob üble Nachrede, Streit, unverarbeitete Konflikte, Misstrauen oder zerrüttete Beziehungen: Leider fällt mit Blick auf unsere Gemeinden auf, dass dies keine Fremdwörter sind – auch nicht im bibeltreuen Lager.
In diese Kerbe schlägt das Buch, in dem es den Weg zu Liebe und Einheit in der Gemeinde aufzeigen möchte. Auch wenn der Autor anerkennt, dass es legitime Gründe gibt, eine Gemeinde zu verlassen, spricht er viele Situationen an, in denen sich der Leser bewusst dafür entscheiden kann, trotz aller Differenzen in seiner Gemeinde zu bleiben. Hierbei trifft Dunlop berraschende Feststellungen, etwa: Ich bin sogar davon überzeugt, dass Gemeinden gerade deshalb so konfliktbeladen sind, weil sie sich allein auf Christus konzentrieren sollten (S.13).
Anfangs ist das Buch m.E. leider etwas schwerfällig zu lesen, was womöglich an den ungewöhnlichen, teils provokanten Thesen des Autors liegt, die nicht sofort einleuchten (z.B. S. 20f.). Dann aber ermutigen die christuszentrierten Ableitungen, wie: Christus ist besser, als sich nur wohlzufühlen. (S. 61)
Wichtig ist der Hinweis auf die „Christusallein“-Freundschaft, die Jesus Christus ins Zentrum der Gespräche und Handlungen rückt (S. 63), oder auch die herausgearbeitete Bedeutung der Zusammengehörigkeit als Leib trotz oder gerade wegen der großen Unterschiede der Glieder (S. 79ff.).
Besonders augenöffnend war für mich das 5. Kapitel, in dem der Autor echte Liebe auch mit Zuneigung verbindet und schlussfolgert, dass die Hoffnung auf Gott Zuneigung für andere schafft (S. 93ff.)
Viele Beispiele aus der Gemeindepraxis bereichern das Werk ebenso wie die Fragen und Gebetsanliegen am Ende des jeweiligen Kapitels.
Insgesamt ein gelungenes Werk, das hoffentlich dazu dient, dass wir alle unsere Geschwister von Christus her lieben – gerade die, bei denen es uns schwerfällt.
10. Februar 2026 11:45
Ein Buch, das Gemeinden prägen kann
„Du nervst!“ Das würden wir unseren Glaubensgeschwistern natürlich so nicht ins Gesicht sagen, aber unsere Gedanken und unsere Herzenshaltung anderen in der Gemeinde gegenüber sagen oft genau das aus. „Wie kann man als Christ eine andere Partei wählen als diese?“ „Ich würde meinem Kind viel engere Grenzen im Umgang mit sozialen Medien geben!“ „So ein teures Auto fahren als Christ!?“ „Wie kann man im Umgang mit Corona nur anderer Meinung sein?“ Dass Menschen in derselben Gemeinde unterschiedliche Meinungen, Ansichten und Überzeugungen haben, ist selbstverständlich – besonders dann, wenn allein Christus der verbindende Faktor in einer Gemeinde ist. Dennoch kann es uns herausfordern, wenn Menschen in der Gemeinde anders sind als wir oder unterschiedliche Meinungen haben. Deshalb geht Jamie Dunlop in seinem Buch Du nervst – über Liebe und Einheit in der Gemeinde der Frage nach, wie wir die Menschen in unserer Gemeinde trotz Meinungsverschiedenheiten lieben können. Er macht deutlich, dass es ihm dabei nicht um grundlegende Glaubensfragen geht, sondern um weniger zentrale Themen und um „unwesentliche Angelegenheiten“ (S. 147), die zwar eine Herausforderung für die Liebe und Einheit in der Gemeinde darstellen, diese aber nicht unmöglich machen.
Wenn Verschiedenheit Gottes Größe offenbart
Das Buch basiert auf der biblischen Überzeugung, dass Liebe und Einheit in einer Gemeinde, besonders dann ein kraftvolles Zeugnis sind, wenn sie nicht einfach auszuleben sind. „Wenn sich alle in all diesen Fragen einig wären, wäre die Gemeinde viel einfacher. Aber einfache Liebe zeigt selten die Kraft des Evangeliums“ (S. 19; vgl. Lk 6,32–36). Und da, wo das Evangelium zum Leuchten kommt, wird Gott verherrlicht. Gottes Herrlichkeit widerzuspiegeln, ist wiederum Aufgabe und Zweck der Gemeinde (vgl. Röm 15,5–7). Anders, als wir oft meinen, ist „diese Schwierigkeit, dieses vom Glauben geprägte Ringen um Liebe, … keine Ablenkung von der
‚eigentlichen‘ Arbeit des Dienstes, sondern das Hauptereignis“ (S. 45).
Ein Wegweiser durch acht Kapitel Herzensveränderung
Die acht Kapitel, in denen Dunlop für Liebe und Einheit in der Gemeinde plädiert, bauen aufeinander auf und bilden eine Argumentationslinie. Die Kapitelüberschriften enthalten jeweils eine ehrlich gestellte Frage, welche Bedenken offenbart, die ein Christ im Hinblick auf diese herausfordernde Liebe haben könnte, wie z.B. „Wie kann ich ‚diese‘ Menschen lieben?“ Dunlop beantwortet jede Frage mit einer biblischen Wahrheit, die er im Laufe des Kapitels erläutert. Die biblische Grundlage seiner Argumentation bilden dabei vor allem die Kapitel 12–15 des
Römerbriefes. Die Kapitel beinhalten Reflexionsfragen, die zur eigenen Vertiefung dienen oder sich für den Austausch mit anderen eignen. Außerdem schließt der Autor jedes Kapitel mit jeweils drei passenden Gebetsanliegen, die dazu anregen, das Gelesene auf das eigene Herz und die eigene Gemeinde zu beziehen und vor Gott zu bewegen.
Von unmöglicher Liebe zu göttlicher Barmherzigkeit
Die Kapitel 1 und 2 enthalten zwei Schlüsselwahrheiten, die für den Rest des Buches grundlegend sind und daher immer wieder auftauchen. Erstens: „Das Beharren auf Einheit bringt die Herrlichkeit Gottes zum Vorschein“ (S. 33). In dieser Wahrheit liegt das Ziel und die Motivation unseres Strebens nach Liebe und Einheit: Gottes Ehre. Zweitens: „Unmögliche Liebe fließt aus unmöglicher Barmherzigkeit“ (S. 51). Oft erscheinen uns die Differenzen zu groß und das Gebot zu lieben zu viel verlangt. Und ja, lieben ist auf uns allein gestellt unmöglich. Aber für uns Christen liegt die Kraft, einander zu lieben, in Gottes Barmherzigkeit uns gegenüber. Wenn wir andere mehr lieben wollen, müssen wir uns mehr mit der Schwere unserer eigenen Sünde und der Schönheit von Gottes Vergebung beschäftigen.
Dunlop argumentiert weiter, dass uns die Liebe zu Jesus und seinem wunderbaren Evangelium dazu antreibt und befähigt, in Einheit mit unseren Geschwistern zu leben – auch da, wo es uns schwerfällt. Was würde es aussagen, wenn die gemeinsame Liebe zu Jesus nicht ausreichen würde, um in Einheit zu leben? Würde man damit nicht Jesus seiner Ehre berauben? Auf die Frage, ob wir ohne „diese“ Menschen nicht besser dran wären, antwortet Dunlop mit der Erinnerung an die Wahrheit, dass wir als Leib Christi einander brauchen und zueinander gehören.
Doch als Gemeinde bilden wir keine Zweckgemeinschaft. Wir sollen uns deshalb nicht damit zufriedengeben, einander zu tolerieren oder aus falschen Motivationen zu lieben. Unsere Liebe soll sich in echter Zuneigung zeigen. Das kann gelingen, indem wir die „Beweise der Gnade Gottes“ im Leben unserer Geschwister wahrnehmen und gleichzeitig „voller Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes blicken, von der wir wissen, dass sie eines Tages in ihnen enthüllt werden wird“ (S. 103). In den letzten drei Kapiteln geht Dunlop darauf ein, wie echte Vergebung geschehen kann, wie wir es schaffen, einander nicht zu verurteilen oder zu verachten, und wie wir sogar die lieben können, die in unseren Augen im Unrecht sind.
Zwischen biblischer Tiefe und praktischer Umsetzung
Jamie Dunlop spricht in seinem Buch ein Thema an, das für jeden Christen Relevanz hat, weil es um Gottes Verherrlichung geht. Durch anschauliche Beispiele aus dem Gemeindealltag, die er in jedes Kapitel einfließen lässt, erleichtert er es dem Leser, sich in dem einen oder anderen Punkt wiederzufinden. Dunlop nimmt die Bedenken und Einwände, die wir beim Thema Liebe und Einheit leider oft haben, ernst und schafft es, einen auf eine einladende und nicht verurteilende Art und Weise herauszufordern.
Auch wenn die Wahrheiten, die in dem Buch beleuchtet werden, biblisch fundiert sind, ist es teilweise nicht ganz leicht, den Bezug zu den Bibelstellen, die am Anfang jedes Kapitels stehen, innerhalb des Kapitels zu erkennen. Deshalb bedarf es Konzentration beim Lesen, um die Argumentation nachvollziehen zu können.
Insgesamt sind Dunlops Aussagen überzeugend und größtenteils schlüssig.
Besonders positiv zu bewerten ist, dass es Dunlop durchgehend gelingt, auf Jesus als die Quelle unserer gegenseitigen Liebe zu verweisen. Somit entsteht weder der Eindruck, dass Liebe zu unseren Geschwistern durch eigene Anstrengung und mehr Willenskraft zu erreichen wäre, noch dass es unmöglich sei, einander so zu lieben.
In Jesus haben wir die Hoffnung, dass es möglich ist, einander zu lieben, auch dann, wenn es menschlich unmöglich erscheint.
Ein Buch, das Gemeinden prägen kann
Dunlop liefert mit diesem Buch eine wichtige Ermahnung und Ermutigung für jedes Mitglied einer Ortsgemeinde. Dieses Buch hat das Potential, das Miteinander in unseren Gemeinden, nachhaltig zu verändern. Durch die Reflexionsfragen und Gebetsanliegen kann das Buch eine gute Gesprächsgrundlage für verschiedene Gruppen in der Gemeinde (z.B. Leitungskreise, Hauskreise oder Jüngerschaftsbeziehungen) bieten. Das Buch spornt durch biblische Wahrheiten und praktische Tipps dazu an, sich nicht mit Lieblosigkeit und Oberflächlichkeit in unseren Beziehungen zufriedenzugeben. Es zeigt die Schönheit auf, durch die Liebe und Einheit in unseren Gemeinden Gottes Herrlichkeit widerzuspiegeln und die Kraft des Evangeliums zu erleben und zu bezeugen.
Christliche Verlagsgesellschaft
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