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Einleitung in das Neue Testament - Evangelien und Apostelgeschichte

Produktinformationen "Einleitung in das Neue Testament - Evangelien und Apostelgeschichte"

Armin D. Baum, Professor für Neues Testament an der Freien Theologischen Hochschule Gießen, entwickelt alternative Antworten auf die klassischen Fragen der neutestamentlichen Einleitungswissenschaft in seiner umfangreichen historischen und literarischen Einleitung in das Neue Testament, von der in diesem Band die Evangelien und die Apostelgeschichte vorliegen (Die neutestamentlichen Briefe und die Offenbarung werden in einem zweiten Band folgen). Neben der Sprache, dem Erzählstil, der Verfasserschaft, den Gattungen, der synoptischen Frage und der Entstehungszeit werden auch textkritische Besonderheiten und kanontheologische Problemen analysiert. Dabei präsentiert Armin D. Baum innovative Denkmodelle und Lösungsangebote als Alternative zum Mainstream der deutschen Einleitungswissenschaft: Die neutestamentlichen Erzählbücher gehören zur antiken Geschichtsschreibung und weisen einen überwiegend alttestamentlich-jüdischen Charakter auf, während sie von den Konventionen der griechisch-römischen Historiographie nur in vergleichsweise geringem Maße beeinflusst wurden. Die vier kanonischen Evangelien entstanden im Kontext einer antiken Gedächtniskultur, in der menschliches Erinnerungsvermögen und mündliche Überlieferung eine dominierende Rolle spielten. Bei der Beurteilung der Historizität der neutestamentlichen Geschichtsbücher ist vom antiken Konzept historischer Authentizität auszugehen, das sich nicht am Wortlaut, sondern am Inhalt orientierte.Zu allen literarischen und historischen Einzelthemen werden die relevanten antiken Quellentexte in deutscher Übersetzung angeführt, um dem Leser ein möglichst selbstständiges Urteil zu ermöglichen. An vielen Stellen wird die schriftliche Darstellung der wissenschaftlichen Forschungsdiskussionen durch Tabellen und Grafiken ergänzt, die die Analyse komplexer Sachverhalte erleichtern.
Artikelnummer 229569
ISBN/EAN 9783765595691
Verlag Brunnen Verlag GmbH - Giessen
Erscheinungsdatum 01.02.2018
Produktart: Buch
Autor: Armin D. Baum
Seiten 960
Einbandart gebunden
Format H 24,0 cm/B 17,0 cm

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27. Juli 2020 09:06

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Besonders geeignet als Nachschlagewerk

Armin Baum, Professor für Neues Testament an der FTH in Gießen, legt mit diesem umfangreichen Werk den ersten Teil seiner Einleitung in das Neue Testament vor, das die Evangelien und die Apostelgeschichte um-fasst. In einem ausführlichen ersten Teil befasst er sich mit Sprache und Erzählstil der Geschichtsbücher. Nach umfangreichen Vergleichen mit zeitgenössischer und alttestamentlicher Literatur ordnet Baum die Evangelien überzeugend als „Biographien Jesu im alttestamentlich-rabbinischen Stil mit leichten griechisch-römischen Einschlägen“ ein. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch sein Hinweis, dass die Geschichtsbücher im Kontext des antiken Konzepts von historischer Authentizität gelesen werden müssen. Das kann im Hinblick auf so manche bibelkritische Vorwürfe gar nicht oft genug betont werden, zumal Baum diesen Hinweis mit detaillierten Analysen, etwa zum antiken Gebrauch direkter Rede, untermauert. Soweit Baum zur Klärung der synoptischen Frage die Bedeutung der Gedächtnisleistungen hervorhebt, macht er zwar einerseits die Zuverlässigkeit des Überlieferten plausibel, erklärt aber andererseits: „Einige Aspekte des synoptischen Befundes lassen sich sogar leichter als Gedächtnisfehler als literarkritisch deuten“. Ob das im Hinblick auf die Inspiration und Irrtumslosigkeit der Schrift eine angemessene Redeweise ist? In der speziellen Einleitung befasst sich der Autor mit zahlreichen Einzelfragen, denen er jeweils eigene Kapitel widmet. Beispielhaft seien der semitische Ur-Matthäus, der westliche Text der Apostelgeschichte oder das Papiaszeugnis über den Presbyter Johannes genannt. Hier zeigt sich, dass die traditionellen Annahmen zur Verfasserschaft immer noch vorzu-ziehen sind. Das zweite Evangelium ordnet Baum Johannes Markus zu, das lukanische Doppelwerk dem Paulusbegleiter Lukas. Einen semitischen Ur-Matthäus hält Baum im Hinblick auf die altkirchlichen Zeugnisse für plausibel. Hinsichtlich der Verfasserschaft des vierten Evangeliums geht Baum davon aus, dass jedenfalls die Kapitel 1-20 auf einen Augenzeugen zu-rückgehen, wobei interne Indizien und ex-terne Zeugnisse eine Abfassung durch den Apostel Johannes nahelegen. Joh 21 hält er für einen nachträglich durch Johannesschüler oder einen Herausgeber ergänzten Anhang, dessen Inhalt indirekt vom Evangelisten stamme. Das ist an dieser Stelle nicht ganz überzeugend, zumal Baum den „völlig einheitlichen text-kritischen Befund“ erwähnt und selbst feststellt, dass dieses Schlusskapitel syntaktisch und lexikalisch zu dem übrigen Evangelium sehr gut passt und allenfalls „kleine Abweichungen“ enthält. Im Abschlussteil werden übliche Datierungsfragen aufgegriffen. Interessant ist hier das Argument des Autors gegen die Deutung der Vorhersage über die Zerstörung des Tempels als vaticinum ex eventu (Weissagung vom Ereignis her). Hiergegen sprächen die fehlenden historischen Einzelbezüge und „Spannungen“ (ein etwas weitgehender Begriff) zwischen Vorhersage und Ereignis. Im Ergebnis entscheidet sich Baum für eine Datierung der synoptischen Evangelien in den 60er Jahren des 1. Jahrhunderts. Dieser Teil ist eher knapp gehalten, eine Auseinandersetzung mit Ansätzen zur Frühdatierung (etwa auch des Johannesevangeliums) fehlt. Insgesamt legt Baum eine gelungene Einleitung vor, deren Schwerpunkt in vergleichenden Analysen besteht, während den häufig primär in Einleitungen erörterten Themen (Abfassungsort, Abfassungszeit, Zweck, inhaltliche Schwerpunkte) eher weniger Raum als üblich gegeben wird. Zielgruppe des Werks ist wohl vor allem das Fachpublikum: die zum Teil komplexen Einzelfragen und die ausgiebigen original-sprachlichen Zitate dürften für Laien eher schwerer zugänglich sein. Besonders geeignet ist das Buch als Nachschlagewerk. Es enthält nicht nur ein ausführliches Stellen- und Autorenregister, sondern ist auch nutzerfreundlich gegliedert. Jede einzelne Diskussion enthält eine einleitende Erläuterung der Gliederung des Kapitels, kursivgedruckte Zwischenergebnisse und ein kurzes Fazit. Der durchdachte Aufbau dient so der Nachvollziehbarkeit und dem Verständnis.

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