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Konfliktmanagement nach biblischem Vorbild

Produktinformationen "Konfliktmanagement nach biblischem Vorbild"

Martin Knispel gibt auf humorvolle und einfühlsame Weise, aber auch ehrlich und mit deutlichen Worten Hilfestellung in einem Bereich, in dem wir uns als geistlich Leitende sowie als verantwortlich Mitarbeitende in der Gemeinde oft schwertun: dem offenen Umgang mit Konfliktsituationen, der konstruktiven Bewältigung von Krisen und ihrer zukunftsweisenden Lösung. Anhand konkreter biblischer Beispielgeschichten aus dem Alten und Neuen Testament macht er deutlich, wie es gelingen kann, aufeinander zu hören, sprachfähig zu werden, gemeinsam nach Lösungen zu suchen oder auch angemessen mit Scheitern umzugehen. Innovative biblische Einsichten und praktische Tipps aus seiner langjährigen Erfahrung als Organisationsentwickler und Krisenberater machen das Buch zu einem wertvollen Ratgeber.
Artikelnummer 332099
ISBN/EAN 9783963620997
Verlag Francke-Buch GmbH
Erscheinungsdatum 01.08.2019
Autor: Martin Knispel
Seiten 157
Einbandart gebunden
Format H 20,5 cm/B 13,5 cm

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8. Mai 2020 21:17

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Konflikte biblisch lösen

Schon gewusst? Die Bibel ist voller Konfliktgeschichten. Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament gibt es regelmäßig Gezanke, Streit und Stress. Schon König Salomo betonte, dass es nichts Neues unter der Sonne gibt. Doch der Wunsch nach Frieden und Harmonie ist im Menschen vorhanden. Der Religionspädagoge und promovierte Theologe, Martin Knispel, hat in „Konfliktmanagement nach biblischem Vorbild“ anhand biblischer Texte Prinzipien entdeckt, um das Miteinander im Alltag harmonischer und konfliktfreier zu gestalten.
Im Einführungskapitel legt Knispel dar, dass unseren zwischenmenschlichen Konflikten, Kämpfen und Kriegen ein und dasselbe Muster zugrunde liegt, das gleich zu Beginn der Bibel benannt wird: Der andere ist schuld! In den folgenden acht Kapiteln beleuchtet Knispel nun unterschiedliche Konfliktherde im Miteinander. Anhand der Person Josef erfährt der Leser, wieso Lebenskrisen auch als Lebenschancen angesehen werden können. „Versöhnung bedeutet, dass Vergangenes seine negative Macht verlieren kann und ein Neuanfang möglich ist. Dafür ist es nie zu spät“ (S. 23). Der Volksführer Moses zeigt auf, wie man geistlich leitet angesichts von Krisen und Konflikten. „In der Krise braucht es das Zwiegespräch mit Gott, wenn das Leben nicht in Verbitterung oder im Verstummen enden soll“ (S. 47). Anschließend begleitet der Leser den Propheten Nathan, um zu erkennen wie ein Neuanfang aussehen kann. „Wir verlieren nicht unser Gesicht vor Mitarbeitern, wenn wir Fehler eingestehen. Wir leben damit beispielhaft eine Haltung vor, die wir auch von anderen erwarten“ (S. 75). Das vierte Kapitel widmet sich der ersten Gemeinde im Neuen Testament, die aus ihren Fehlern lernte und Krisenkommunikation betrieb. „Wer Teil eines Problems ist, sollte auch Teil der Lösung sein“ (S. 89). Auf dem Apostelkonzil wird der Apostel Petrus zu einem Paradebeispiel dafür Konflikte zu lösen, Menschen mitzunehmen und Unterschiede zu bejahen. „Theologie ist immer auch Biografie“ (S. 105). Im sechsten Kapitel erfährt der Leser, weshalb Jesus zornig wurde und wie geistlicher Machtmissbrauch zustande kommen kann. „Menschen, die in einem Machtmissbrauchssystem leben, entwickeln mit der Zeit oft ein verzerrtes Bild von sich selbst“ (S. 127). Die Missionare Paulus Barnabas stehen im siebten Kapitel im Fokus. Anhand ihrer Trennungsgeschichte zeigt Knispel auf, wie man vom Scheitern lernen kann. „Verantwortliche Leitung sollte mutig und um der Wahrheit willen streiten und Konflikten nicht aus dem Weg gehen, dabei aber Respekt wahren und Augenmaß behalten“ (S. 138). Das Abschlusskapitel greift die Goldene Regel aus der Bergpredigt auf, um zu thematisieren, wie mit Schuld umzugehen ist. „Die Goldene Regel verlangt von den Betroffenen einen Perspektivwechsel“ (S. 146).
Knispel gelingt es auf humorvolle und einfühlsame Weise, aber ohne auf deutliche Worte zu verzichten, Hilfestellung in einem Bereich zu geben, in dem Leitende sowie Menschen mit Verantwortung sich oft schwer tun: dem offenen Umgang mit Konflikten. Mithilfe von Gottes Wort und persönlichen Anekdoten gelingt es ihm dabei konstruktive Tipps zur Bewältigung von Krisen zu geben. Die einzelnen Kapitel sind überschaubar und lassen sich zügig lesen. Gelungen ist dabei der Mix aus biblischen Impulsen und der daraus entwickelten Praxis.
Um den größtmöglichen Gewinn aus den Inhalten zu ziehen, muss der Leser sich selbst mit den aufgeworfenen Fragen auseinandersetzen und eine Umsetzung für seine individuelle Situation überlegen. Das erfordert einerseits Zeit, ist aber insgesamt lohnend, da Knispel kein Konflikt-Rezept-Ratgeber verfasst hat, sondern dem Ansatz folgt, „den eigenen Anteil am Konflikt zu sehen“ (S. 17), sodass Konfliktlösungen im Dialog entstehen können.
Vordergründig hat der Autor Gemeindeleiter und Verantwortliche innerhalb der Kirche im Blick, aber seine Ausführungen können ohne Weiteres auf alle anderen Bereiche übertragen werden. Gerade für christliche Pädagogen sind seine Erkenntnisse ein guter Ratgeber, um so manche vertrackte Situation im Miteinander (Eltern, Schüler, Kollegen, Schulleitung) neu zu überdenken. Der Perspektivwechsel ist schließlich von jedem gefordert und oftmals muss man den ersten Schritt machen, damit mein Gegenüber dem Beispiel folgt.

(Buchbesprechung mit freundlicher Unterstützung von www.eleg-online.de)

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