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Was sollen wir tun? [3]

Produktinformationen "Was sollen wir tun? [3]"

Was sollen wir tun? Wir sind nicht die erste Generation, die mit der ethischen Frage ringt. Deshalb präsentieren Gooding und Lennox im 3. Band der Reihe die Suche nach Wirklichkeit und Bedeutung die wichtigsten ethischen Theorien. Diese Konzepte erheben alle den Anspruch, allgemeingültige Grundprinzipien zu vertreten. Die Autoren vergleichen die Vorteile und Schwächen, prüfen die Grundlagen und obersten Ziele jedes Systems und seine konkreten Regeln für den Alltag. Dabei wird deutlich, dass selbst die besten Theorien unmöglich konsequent befolgt werden können. Die christliche Ethik unterscheidet sich hier an einem ganz entscheidenden Punkt. für Oberstufe und Studium

Artikelnummer 271727
ISBN/EAN 9783863537272
Verlag Christliche Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum 01.05.2021
Autor: David Gooding, John C. Lennox, John Lennox
Seiten 464 S.
Einbandart gebunden
Format H 22,8 cm/B 15,1 cm

2 von 2 Bewertungen

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen


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2 Bewertungen

23. Juni 2021 14:09

Bewertung mit 5 von 5 Sternen

Sehr guter Überblick verschiedener ethischer Ansichten

Da ist er nun, der dritte Band der überaus wertvollen und wichtigen Buchreihe „Die Suche nach Wirklichkeit und Bedeutung“1 , die David Gooding und John Lennox insbesondere solchen Christen ans Herz legen – und das völlig zu Recht –, die selber denken (lernen) wollen und die es für wichtig erachten, eigenständig die Welt und das, was sie prägt und beeinflusst, zu begreifen.
Diesmal geht es jedoch nicht um erkenntnistheoretische Voraussetzungen des Denkens und Urteilens oder um die Offenbarung oder die Rede von Gott. Diesmal geht es auf über 450 Seiten um das Tun des Richtigen und des Guten, um die Grundlagen und die Voraussetzungen für eine ausgewogen begründete Ethik. Um es gleich vorwegzusagen: Wer sich als Christ bzw. als Verantwortlicher in der 1 Leitung einer christlichen Gemeinde ernsthaft und sorgfältig mit dem auseinandersetzen will, was Christen in einer kompliziert gewordenen Gesellschaft warum tun oder lassen sollten, findet in diesem Buch wertvolle Hilfen. Wer begründen will, warum angemessene Ethik sein muss, diese zur eigenen Ethik gemacht werden sollte, oder wer aktuelle, interessant klingende oder höchst provokante Ethikbücher auf dem christlichen Buchmarkt bewerten (lernen) will, sollte zu diesem Band 3 greifen. Egal, welches Ethikbuch die Leser anschließend sonst noch studieren werden, sie sind gut beraten, mit diesem Ethikbuch von Gooding und Lennox zu beginnen, weil es nachvollziehbare und verständliche Grundlagen für die Urteilsbildung in der Ethik legt.
Ich will Ihnen auch verraten, wieso ich das meine:
1. Wer insbesondere die Seiten 67 bis wenigstens 243 sowie die Seiten 307 bis 329 dieses Buches gründlich studiert und die Zusammenhänge darin einigermaßen verstanden hat, der ist wirklich gut gerüstet, jede andere Art klassischer, philosophischer oder sich modern gebärdender christlicher Ethikbücher auf ihren Gehalt und Wert hin prüfen zu können.
2. Wer die unterschiedlichen Prinzipien der oft uralten und auch der zeitgenössischen Ethiksysteme begriffen hat, die in diesem Buch relativ leicht nachvollziehbar präsentiert werden, den kann so leicht kein anderes Ethikbuch, das in den Gemeinden möglicherweise die Gemüter erhitzt oder auch Christen verwirrt, aus der Bahn werfen. Der weiß dann viel selbstbewusster, wo bestimmte Ideen und Gedanken herkommen, und der kann sich bei der Vielfalt an Ethikentwürfen auf dem Markt der Möglichkeiten viel besser orientieren und zurechtfinden, wird auch nicht so leicht durch modern klingende Ethikkategorien hinters Licht geführt.
3. Wer dieses Buch über das richtige Tun und Verhalten für sich erarbeitet, der erhält zudem einen persönlichen Gewinn darin, in verhältnismäßig überschaubarer Zeit einen guten und seriösen Überblick über Ethiktheorien zu finden, wozu er sonst Dutzende von Lehrbüchern hätte auswerten müssen. Klar, es ist nur ein Einstieg, aber für viele ein Horizonte erweiternder Einstieg auf dem Weg zum Selberdenken.
Nach dieser ernst gemeinten Ermutigung, sich dieses Buch anzuschaffen und zu lesen, um in Fragen der Ethik auf dem Laufenden zu sein, folgen jetzt konkrete Kommentare zum Inhalt der 14 Kapitel. Zunächst möchte ich auf zwei Kapitel hinweisen, die quasi einen Rahmen für diesen Band bilden. Da wäre das Kapitel 1 „Einführung in die Serie“ (S. 23–63), das mit gleichem Inhalt auch in den anderen Bänden der Serie für die Leser Grundlagen legt zu Themen, was Bildung prinzipiell sein sollte, welche Denkwege es gibt, was Weltanschauungen sind, wie man richtige Fragen stellt, was Offenbarung Gottes oder Wege zur Urteilsbildung sind. Sehr nützlich! Das andere Kapitel des Rahmens finden wir auf den Seiten 331 bis 367; es heißt: „Anhang: Was ist Wissenschaft?“ Darin werden wissenschaftstheoretische Kernanliegen zur Sprache gebracht, die über die Ethik hinaus bei vielen zeitgenössischen Fragestellungen im Umgang mit vorgebrachten Thesen und Theorien, mit denen sich auch Christen in unserer Gesellschaft auseinandersetzen sollten, sehr hilfreiche Grundinformationen bieten. Beide Rahmenkapitel kann man gut und gerne unabhängig vom Inhalt des Buches als Fundgrube an „Weiterbildung“ nutzen, um sich denkerisch fit zu machen, um sich in der komplexen Vielfalt von Weltanschauungen.
Echt lesenswert! Das Kapitel „Einführung in die Serie“ endet mit den überleitenden Worten: „In diesem, dem dritten Buch der Serie, erinnern wir uns daran, dass wir nicht die erste Generation auf der Erde sind, die entscheiden muss, welches die ethischen Grundprinzipien sind, die alle Menschen universell befolgen sollten. Mit dieser Frage haben andere schon lange vor uns gerungen. Deshalb stellen wir hier eine Auswahl von bedeutenden, aber unterschiedlichen Ethiktheorien vor, damit wir von den Erkenntnissen, die von dauerhaftem Wert sind, profitieren können und gleichzeitig erkennen, was eventuell ihre Schwächen oder sogar Irrtümer sind.“ (S. 63)
Aufbau und Inhalt: Damit sind wir bei der Beschäftigung mit dem eigentlichen Inhalt angelangt, der in 14 Kapiteln (S. 23-329) in wichtige „ethische Grundprinzipien“ einführt. Diese 14 Kapitel sind noch einmal eingeteilt in Teil 1: „Bedeutung, Grundlage und Autorität der Ethik“ (S. 67–118, Kap. 1–3: Grundlegendes), in Teil 2: „Bedeutende zeitgenössische Ethiksysteme (S. 119– 243, Kap. 4–9: Ethiksysteme) und in Teil 3: „Was nützt Ethik?“ (S. 245–329, Kap. 10: Praxisbeispiele). Jedes dieser Kapitel behandelt anspruchsvolles Material. Dennoch gelingt es den Autoren sehr gut, alle, auch teilweise ziemlich schwierige Sachverhalte so darzubieten und mit Beispielen zu erhellen, dass selbst eine ungeübte Leserschaft, die bei Fremdwörtern, komplizierten Denkstrukturen, ethischen Modellen der Menschheitsgeschichte oder dem logischen Argumentieren nicht zu Hause ist, sehr gut allem folgen kann, was dargelegt und entfaltet wird. Das ist eine hervorzuhebende Stärke, auch der deutschen Übersetzung der englischsprachigen Originale, dass das gesamte Buch verhältnismäßig leicht verständlich bleibt, obwohl es teilweise recht komplexe ethische Theorien abhandelt. Also, keine Angst vor Fachbegriffen oder Fremdwörtern. Sie gehören zur Fachsprache, die jeder Beruf und jedes Wissensgebiet besitzt. Sie werden aber alle gut erklärt und verständlich gemacht. Keiner muss Sorge haben, dass er sprachlich oder thematisch überfordert würde. Und der Wissensertrag nach der Lektüre ist vergleichbar mit der grandiosen Aussicht nach einer Gipfelbesteigung. Das Kapitel 1 (S. 67–75) führt vorbildlich in die Problemstellung ein, dass Menschen ganz grundsätzlich auf der Suche danach sind, das Gute, das Gerechte, das Richtige tun zu wollen. Doch welches Modell hilft dabei, das auch umsetzen zu können? Anhand von vier Leitfragen sollen daher unterschiedliche, bei spielhaft ausgewählte ethische Konzepte befragt werden, was sie jeweils leisten können und was nicht (S. 71). Kapitel 2 ergänzt sachgerecht das erste dadurch, dass die Bedeutung der Ethik plausibilisiert wird. Es wird überlegt, was Menschen grundsätzlich warum wie tun sollen und was nicht und wovon das menschliche Handeln und die individuellen Moralvorstellungen möglicherweise abhängen (Erziehung, Umwelt, Gesellschaft usw.) (S. 77–95). Auf den Seiten 97 bis 118 wird im dritten Kapitel über die „Quelle objektiver moralischer Werte“ nachgedacht. Einzelne klassische Positionen, inkl. des platonischen Euthyphron-Dilemmas, werden vorgestellt. Die Kapitel 1 bis 3 sensibilisieren den Leser auf gelungene Weise, zu begreifen, warum die Frage nach der richtigen Ethik unter Menschen eine herausfordernde, aber sehr wichtige Angelegenheit bleibt, Berthold Schwarzgründliches und kenntnisreiches Abwägen erfordert. Auf den nächsten gut 120 Seiten werden sechs Ethiksysteme vorgestellt, die exemplarisch als Leitlinien dafür gelten, wie Menschen gerecht und gut handeln können, und die teilweise seit Jahrtausenden praktiziert werden. In Kapitel 4 werden Grundsätze der biblisch verankerten „christlichen Ethik“ vorgestellt (S. 119–132). Es folgt in Kapitel 5 die ethische Schulrichtung des sogenannten „Utilitarismus“ (S. 135–164). Danach werden der „Intuitionismus“ (Kap. 6, S. 165– 179), die „Kantische Ethik“ (Kap. 7, S. 181– 194), die „Tugendethik“ (Kap. 8, S. 195–221) und der „Egoismus“ (Kap. 9, S. 223–243) vorgestellt, verständlich erklärt und jeweils durch kritische Rückfragen diskutiert. Wenige Schwächen Auf ein paar Unausgewogenheit und Schwächen will ich kurz aus meiner Sicht hinweisen. Gut und richtig ist es, die christliche Ethik mit der Gründung in der biblischen Offenbarung Gottes voranzustellen. Gut erscheint zugleich, die weltweit einflussreichen und weithin praktizierten Ethiksysteme des Utilitarismus (Jeremy Bentham u. a.), der kantschen Ethik (Immanuel Kant u. a.) und der Tugendethik (Aristoteles u. a.) vorzustellen und Beurteilungskriterien aufzuzeigen, wie man mit diesen Handlungsrichtlinien als Mensch ganz grundsätzlich und auch als Christ verantwortlich umgehen kann. Nicht so richtig einsichtig zumachen war für mich die Entscheidung der Autoren, den sogenannten „Intuitionismus“ (W. D. Ross u. a.) zu behandeln, so wichtig diese Theorie akademisch-wissenschaftlich auch gewesen sein mag und noch ist. Im deutschsprachigen Raum spielt dieses Modell – wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle. Ebenso scheint mir die Wahl des „Egoismus“, der kein Ethiksystem darstellt, in der Abfolge von Ethikschulen unpassend platziert worden zu sein. Hilfreich wäre es eventuell gewesen, die für den deutschsprachigen Bereich relevanten Ethikkonzepte des 20. Jahrhunderts zu analysieren, wie den seit Schleiermacher und A. Ritschl und anderen theologischen Ethikern vertretenen Ansatz des ethischen Primats der „Liebe“ oder den der „Freiheit“, die zu Paradigmen ethischer Verantwortung mutierten, ohne als christliche Ethik dabei auf die normativ-biblische Offenbarung bezogen sein zu müssen, oder die sogenannte „Werteethik“ (Scheler). Verschiedene zeitgenössische Varianten aus der evangelischen Theologie liefern zudem Material, das die christliche Ethik ganz neu und anders definiert und praktizieren will, als das bis dahin kirchengeschichtlich der Fall gewesen ist. Zudem schien mir die Interpretation des Utilitarismus als reines „Glücksstreben“ etwas einseitig gewichtet worden zu sein, geht es doch m. W. auch um den größten zu erzielenden „Nutzen“ in ethischer Verantwortung. Aber wie dem auch sei, diese sechs Kapitel sind eine gelungene Einführung in die Grundlagen einflussreicher ethischer Systeme, die jeder für sich oder in einer Studiengruppe – auch mit den Fragen am Ende des Buches – aufmerksam erarbeiten sollte.
Das bessere Verstehen gegenwärtiger ethischer Strömungen in Kirche und Gesellschaft ist ein lohnendes Ziel der Lektüre. Die Kapitel 10 bis 13 stellen konkrete Anwendungen vor, indem sie skizzieren, welche jeweilige Auswirkung ein ethisches System auf die Praxis hat. Kapitel 10 erläutert das Wesen des Menschen aus der Sicht unterschiedlicher Weltanschauungen und Ethiktheorien, wie dem Naturalismus, dem Kontraktualismus, dem Utilitarismus, dem Intuitionismus, dem Kantianismus, der Tugendethik und der Bibel. Daran anschließend – sachlich passend zum Wesen des Menschseins – erörtert Kapitel 11 „Die Ethik der Weitergabe des Lebens“, also primär die Grundsätze zur Sexualethik (S. 257–270). Kapitel 12 beschäftigt sich mit ethischen Herausforderungen, die durch Wissenschaft und Technik in der modernen Gesellschaft aufgeworfen werden (S. 271–288), bevor Kapitel 13 über die praktische Anwendung der Ethik ganz allgemein nachdenkt (S. 289–306). Die eher anwendungsbezogenen Überlegungen verdeutlichen an Beispielen, wie Ethiktheorien in der Praxis funktionieren und welche Chancen und Grenzen bei der Realisierung vorkommen. In Kap. 14 „Mehr als Ethik“ (S. 307-329) werden einige sehr zentrale theologische Überlegungen zusammengetragen, wieso die Ethik aus christlicher Perspektive weder das Wesen des Menschen noch die Beziehung zu Gott ausmacht, dass es „mehr“ gibt als Ethik und dass die Ethik „eine Angelegenheit zweiter Ordnung“ ist (S. 319). Diese Gedanken des Kapitels bilden eine notwendige Antithese zur weitverbreiteten und populären Ansicht, dass Religion oder sogar das Christentum wesensmäßig nichts anderes sei als „Sittlichkeit, Moral und Ethik“. Zum Selberdenken Zu guter Letzt soll noch auf den wertvollen Bereich am Ende des Buches hingewiesen werden, der ausgezeichnet zum Selberdenken und zum Selbststudium einlädt. Da wäre zunächst die umfangreiche „Bibliografie der Serie“ zu nennen (S. 368–408), die zur Vertiefung einzelner Sachverhalte aus allen vier Bänden Orientierung anbietet, wozu allerdings ein „Lehrer“ empfehlenswert wäre, der aus der Fülle an Literatur Empfehlenswertes zu einer Fragestellung hervorhebt (das wäre z. B. durch eine Onlinepräsenz zur Buchserie zu ermöglichen, sodass die Leserinnen und Leser aktiv zur Serie begleitet werden könnten). Das Kapitel „Fragen für Lehrer und Schüler/Studenten“ (S. 409–441) ist hervorragend geeignet, den Inhalt jedes Kapitels des Buches gründlich zu reflektieren und eigenständig durch selbstformulierte Antworten für sich nutzbar zu machen. Ein Bibelstellen-, ein Personen- und ein Stichwortverzeichnis runden das Buch gelungen ab (S. 442–454).
Fazit Christen, die an das Evangelium Christi glauben, müssen denken (so sinngemäß Prof. Dr. A. E. Wilder-Smith). Das persönliche Bibelwissen sollte deshalb immer auch durch die aktive Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Weltanschauungen ergänzt werden, um sprachfähig zu bleiben in den vielfältigen mentalen, weltanschaulichen, ethischen und denkerischen Herausforderungen der Gegenwart. Dazu legt dieser Band 3 zur Ethik, wie auch alle anderen Bände der Serie, eine wertvolle Grundlage, die jeder Christ in Verantwortung (Familie, Gemeinde, Beruf, Gesellschaft usw.) nutzen und anwenden lernen sollte, mit dem Ziel, wie es Kolosser 3,17 ganz grundsätzlich nahelegt.

13. Juni 2021 16:19

Bewertung mit 5 von 5 Sternen

Das Handeln hinterfragen

„Neue Möglichkeiten eröffnen immer neue Chancen und Vorteile, aber auch neue Gefahren und Schwierigkeiten.“, meint Dr. Alexander Fink. Einen wichtigen Beitrag zur Entscheidungsfindung leistet dabei die Tugendlehre. John Lennox und David Gooding gehen in ihrem dritten Band mit dem Titel „Was sollen wir tun?“ der Frage nach, welche Rolle die Ethik dabei leistet.

Wer sind die Autoren des Buches?
David W. Gooding (1925 – 2019) war emeritierter Professor für alttestamentliches Griechisch an der Queen’s University in Belfast und Mitglied der Royal Irish Academy. Er war als internationaler Bibellehrer tätig und hielt Vorträge über die Authenzität der Bibel und ihre Relevanz für die Philosophie, die Weltreligionen und das alltägliche Leben. John Lennox ist emeritierter Professor für Mathematik an der University of Oxford. Er hat sich besonders mit dem Verhältnis von Wissenschaft und Glauben befasst und öffentlich mit Vertretern des Neuen Atheismus diskutiert. Hierbei kam ihm seine Tätigkeit als Lehrbeauftragter am Oxford Centre for Christian Apologetics zugute. Beide eint der Glaube daran, dass die Bibel der verbindliche Maßstab für alles Handeln und Entscheiden ist.

Worum geht es in dem Buch?
Das Buch ist der dritte Band der insgesamt vierbändigen Reihe, die sich mit der Suche nach Wirklichkeit und deren Bedeutung auseinandersetzt. Die beiden Autoren orientieren sich an den von Immanuel Kant aufgeworfenen Grundfragen:
• Was kann ich wissen?
• Was soll ich tun?
• Was darf ich hoffen?
• Was ist der Mensch?
Im vorliegenden Band gehen die Verfasser der Frage nach, was das beste Konzept für die Ethik ist. Ausschlaggebend ist dabei die ethische Frage: „Wie sollen wir leben?“ Dazu werden dem Leser die gängigen ethischen Konzepte vorgestellt, wie z. B. Utilitarismus, Pflichtethik, Tugendethik u.a. In ihrer Besprechung der einzelnen Ansätze gelingt es dem Duo Lennox/Gooding sowohl die Stärken als auch deren Schwächen anzusprechen und aufzuzeigen. „Wenn wir erst einmal begriffen haben, was wirklich wichtig ist, wird es umso einfacher sein, fundierte und weise Entscheidungen jeder Art zu treffen“.
Als Christen sind die Autoren jedoch davon überzeugt, dass man bei der ethischen Frage an Gott nicht vorbeikommt. „Biblische Ethik ist im Charakter und Willen Gottes begründet, und darin liegt auch ihre Autorität“. Daraus machen sie während ihrer Erläuterungen keinen Hehl, nichtsdestotrotz wird sich um wissenschaftliche Objektivität bemüht. Das hat zur Folge, dass die Kapitel keine Kampfschrift zur Verteidigung des christlichen Glaubens sind, sondern vielmehr ein Aufruf dazu, sich als mündiger Mensch eine eigene Meinung zu bilden. Schließlich braucht jeder Mensch: „Einen in sich stimmigen Rahmen, der dem Leben eine echte Perspektive und überzeugende Werte und Ziele gibt“.
Die ersten Seiten des Buches sind – wie in allen Bänden – gleich. Hier führen die Autoren in die Serie ein. Ebenso ist auch der Anhang identisch, da dem Leser erklärt wird, was Wissenschaft bedeutet und was nicht. Nach dieser Einführung fungieren die ersten drei Kapitel als Richtungsweiser, da Fragen an Ethiktheorien gestellt, die Bedeutung der Ethik erläutert und objektive Gründe zur Beurteilung moralischer Werte dargelegt werden.
In den Kapiteln vier bis neun werden sechs große Ethiksysteme betrachtet. Wer diese Kapitel studiert, wird einen großen Erkenntnisgewinn erhalten und sich selbst in seiner eigenen Ethik besser verorten können bzw. Weltanschauungen klarer durchdringen. Die letzten fünf Kapitel widmen sich dann der Praxis und Frage: Was nützt Ethik? Neben der Wertigkeit des menschlichen Individuums, wird auch die christliche Sexualmoral beleuchtet (absolut bedeutsam für die heutige und zukünftige Generation). Besonders Kapitel 14 ist hervorzuheben, da Lennox/Gooding den Bogen von Sokrates‘ Antworten über Aristotele‘ Sicht zum Bekenntnis des Apostel Paulus bis hin in die marxistische Erkenntnis spannen. „Erst kommt die Versöhnung mit Gott und die Annahme durch ihn, und dann kommt die Erneuerung des Charakters und Lebensstils“.

Wer sollte das Buch lesen?
Vorrangig sind vor allem Bildungsvermittler angesprochen sowie Studenten an Hoch- oder Bibelschulen. Grund hierfür ist, dass man sich mit den aktuellen Modellen und Ansätzen auskennen sollte, um auch als Christ sprachfähig zu sein. Da es jedoch immer mehr in Frage gestellt wird, ob es eine gültige Wahrheit gibt, was katastrophale ethische Auswirkungen hat (Stichwort: Moral) sollte sich jeder Christ mit der gesamten Reihe beschäftigen, um in der heutigen postmodernden Zeit seine Mitmenschen zum Nachdenken anzuregen. Der vorliegende Band ist besonders interessant, da auch im christlichen Kontext eine ethische Verschiebung stattfinden.

Was macht das Buch besonders?
Wie bereits seine beiden Vorgänger so besticht der Band durch Alltagstauglichkeit. Das Autorenduo möchte den Leser dazu befähigen, die Welt um sich herum besser zu verstehen, und gleichzeitig die Einzigartigkeit des christlichen Glaubens betonen. „Unsere Weltanschauung ist das Gesamtbild, in das wir alles andere einfügen. Sie ist die Brille, durch die wir blicken, um die Welt zu verstehen“.

Christliche Verlagsgesellschaft

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